Ratgeber
Die erste Yogamatte: Worauf Einsteiger achten sollten
Wer mit Yoga beginnt, weiß noch nicht, welcher Stil bleibt. Die erste Matte sollte deshalb vielseitig sein, nicht spezialisiert. Das spart Geld – und die Enttäuschung über eine Matte, die für die eigene Praxis nicht passt.

Was eine Einsteigermatte leisten muss
Am Anfang verbringen Sie viel Zeit in einfachen Haltungen: im Stand, im Vierfüßlerstand, im herabschauenden Hund, in der Rückenlage. Die Matte muss vor allem eines: verhindern, dass Hände und Füße wegrutschen. Wer sich darauf nicht verlassen kann, spannt unbewusst Schultern und Nacken an – genau das Gegenteil dessen, was Yoga erreichen soll.
Das zweite Kriterium ist Dämpfung für die Knie. Im Vierfüßlerstand, in der Katze-Kuh-Bewegung und im Kamel liegt das Gewicht auf den Kniescheiben. 4 bis 6 mm sind hier angenehmer als die 3 mm, die viele erfahrene Praktizierende bevorzugen.
Wofür Sie kein Geld ausgeben müssen
- Ausrichtungslinien sind hilfreich, aber kein Muss. Eine Matte mit Mittellinie kostet oft nur wenig mehr, eine Matte mit patentiertem Liniensystem deutlich mehr.
- Extrem leichte Matten lohnen sich nur, wenn Sie die Matte regelmäßig tragen.
- Markenmatten jenseits der 100 Euro spielen ihre Stärken – Haltbarkeit über Jahre, Griff bei viel Schweiß – erst aus, wenn Sie regelmäßig und intensiv üben.
Kurz gesagt
Eine Matte für 25 bis 60 Euro aus TPE oder Naturkautschuk, 4 bis 5 mm dick, genügt für das erste Jahr fast immer.
Schadstoffe: der eine Punkt, an dem man nicht sparen sollte
Bei günstigen PVC-Matten fanden Prüfer immer wieder Weichmacher. Die Stiftung Warentest wies 2023 in sechs von sechzehn Yoga- und Gymnastikmatten Schadstoffe nach, darunter DEHP und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Beim Einstieg ist deshalb eine TPE-Matte eine vernünftige Wahl: preiswert und ohne Weichmacher. Achten Sie auf Angaben wie „frei von Phthalaten“ oder ein Prüfsiegel wie OEKO-TEX Standard 100.
Probe liegen statt Probe lesen
Wenn es geht, üben Sie vor dem Kauf auf verschiedenen Matten – im Studio, bei Freunden, im Sportgeschäft. Legen Sie sich hin, gehen Sie in den Vierfüßlerstand, stehen Sie auf einem Bein. Zehn Minuten sagen mehr als jede Produktbeschreibung. Beim Onlinekauf hilft ein großzügiges Rückgaberecht.
Die ersten Wochen mit der neuen Matte
Neue Matten sind oft etwas rutschig, weil von der Herstellung noch ein Film auf der Oberfläche liegt. Einmal feucht abwischen und einige Übungseinheiten lang einlaufen lassen hilft. Naturkautschuk riecht anfangs – lüften Sie die Matte ausgerollt im Schatten.
Rollen Sie die Matte nach dem Üben mit der Oberseite nach außen, dann liegen die Ecken beim nächsten Ausrollen flach. Und legen Sie sie nicht ins Auto in die Sonne: Hitze und UV-Licht altern jedes Material.
Die häufigsten Fehlkäufe
Beim ersten Kauf passieren immer wieder dieselben Fehler. Wer sie kennt, spart sich die zweite Matte:
- Zu dick: Eine 10-mm-Matte fühlt sich im Laden herrlich weich an. Im Baum wackelt man darauf wie auf einer Luftmatratze. Das ist eine Gymnastikmatte, keine Yogamatte.
- Zu dünn: Eine 2-mm-Reisematte wirkt praktisch, doch im Vierfüßlerstand auf Parkett schmerzen die Knie schon nach wenigen Minuten.
- Zu kurz: Das Standardmaß reicht für viele, aber nicht für alle. Wer über 1,80 m groß ist, merkt den Unterschied spätestens in der Endentspannung.
- Nur nach Farbe gekauft: Farbe und Muster sind wichtig für die Freude am Üben, sagen aber nichts über Griff oder Material.
- Ohne Materialangabe: Steht nirgends, woraus die Matte besteht, ist Vorsicht angebracht.
Brauche ich sofort Zubehör?
Nein. Für die ersten Wochen reicht die Matte. Wer zu Hause übt, merkt bald, ob zwei Blöcke oder ein Gurt helfen würden – etwa weil die Hände in der Vorbeuge den Boden nicht erreichen. Das ist der Moment für den nächsten, kleinen Kauf. Eine gefaltete Wolldecke aus dem Schrank ersetzt am Anfang Kissen und Knieschutz.
Welche Stile passen zum Einstieg?
Für den Anfang eignen sich ruhige Stile, in denen Haltungen erklärt werden. Hatha Yoga ist der Klassiker, Yin Yoga ein sanfter Gegenpol. Einen Überblick gibt der Beitrag zu den Yogastilen. Und wer erst einmal die Grundhaltung schlechthin lernen will, beginnt mit dem herabschauenden Hund.