yogamatte·test

Yogastil

Hatha Yoga: Der Klassiker für den Einstieg

Wer „Yoga für Anfänger“ sucht, landet meist bei Hatha. Der Begriff ist alt, die Praxis vielfältig. In den meisten Studios steht er für eine ruhige, erklärende Stunde – ideal, um die Grundhaltungen zu lernen.

Herkunft

Das Sanskritwort haṭha bedeutet „Kraft“ oder „Anstrengung“. Gemeint ist ein Yoga, das über den Körper arbeitet: mit Haltungen (Asanas), Atemtechniken (Pranayama) und Reinigungsübungen. Ein wichtiger Text ist die Hatha Yoga Pradipika aus dem 15. Jahrhundert, die dem Yogi Svatmarama zugeschrieben wird. Sie beschreibt vergleichsweise wenige Haltungen – die große Vielfalt heutiger Asanas entstand vor allem im 20. Jahrhundert.

Hatha heute

Im Westen ist Hatha der Oberbegriff für fast alle körperbetonten Yogastile, von Iyengar bis Vinyasa. Im Kursprogramm steht „Hatha Yoga“ aber meist für eine bestimmte Art von Stunde: ruhiges Tempo, Haltungen werden einzeln erklärt und einige Atemzüge gehalten, dazwischen Pausen.

Ablauf einer typischen Stunde

  1. Ankommen: Einige Minuten Sitzen oder Liegen, Atem beobachten.
  2. Aufwärmen: Sanfte Bewegungen für Wirbelsäule und Gelenke, oft Katze-Kuh.
  3. Haltungen: Stehhaltungen wie Krieger und Baum, Vorbeugen, Drehungen, leichte Rückbeugen, oft auch der Sonnengruß im ruhigen Tempo.
  4. Atemübungen: Etwa Wechselatmung oder vertiefte Bauchatmung.
  5. Endentspannung: Shavasana, fünf bis zehn Minuten.

Für wen sich Hatha eignet

Für Einsteiger, für Menschen, die nach Verletzungen wieder anfangen, für alle, die Haltungen genau lernen möchten. Auch Fortgeschrittene nutzen Hatha-Stunden, um an Details zu arbeiten. Wer vor allem Ausdauer und Schweiß sucht, wird eher in Vinyasa glücklich.

Praxistipp

Fragen Sie vor der ersten Stunde, ob das Studio Matten stellt. Viele tun das – dann können Sie erst einmal ausprobieren, bevor Sie eine eigene Matte kaufen.

Welche Matte passt?

Hatha verbindet Stehhaltungen, in denen Stabilität zählt, mit Haltungen im Knien und Liegen, in denen Dämpfung angenehm ist. Eine Matte mit 4 bis 6 mm aus TPE oder Naturkautschuk ist der passende Kompromiss. Schweiß spielt meist eine geringere Rolle, sodass auch geschlossene Oberflächen gut funktionieren. Wer zu Hause übt, legt sich für die Endentspannung eine Decke bereit. Einsteiger finden alle Kriterien im Beitrag zur ersten Yogamatte.

Hilfsmittel

In Hatha-Stunden werden häufig Blöcke und Gurte eingesetzt, etwa im Dreieck oder in Vorbeugen. Sie machen Haltungen zugänglich, ohne dass man sich in eine Form zwingen muss. Einen Überblick gibt der Beitrag über Hilfsmittel.

Atemübungen im Hatha Yoga

Neben den Haltungen gehören Atemübungen fest zum Hatha Yoga. Häufig geübt werden die vertiefte Bauchatmung, die „volle Yogaatmung“, bei der Bauch, Flanken und Brust nacheinander gefüllt werden, und die Wechselatmung, bei der abwechselnd durch ein Nasenloch geatmet wird. Sie werden meist im Sitzen geübt, oft am Anfang oder Ende einer Stunde.

Aufgepasst

Atemübungen mit Anhalten des Atems oder schnellem, kräftigem Atmen sind nicht für alle geeignet – etwa bei Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder in der Schwangerschaft. Üben Sie sie zunächst unter Anleitung.

Wie oft üben?

Für spürbare Veränderungen reicht oft zwei- bis dreimal pro Woche. Wichtiger als lange Einheiten ist Regelmäßigkeit: Dreimal zwanzig Minuten bringen meist mehr als eine lange Stunde. Wer zusätzlich zu Hause übt, kann die Haltungen aus der Stunde wiederholen – mit Matte, zwei Blöcken und einem Gurt ist man dafür gut ausgestattet.

Im Vergleich

Wie sich Hatha von anderen Stilen unterscheidet, zeigt der Überblick über die Yogastile.

Quellen und weiterführende Links