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Ratgeber

Umweltfreundliche Yogamatten: Kork, Kautschuk, Baumwolle und TPE

Nachhaltigkeit ist bei Yogamatten ein großes Werbewort. Hinter „öko“ und „natürlich“ stecken aber sehr unterschiedliche Materialien – und nicht jedes natürliche Material ist frei von Schadstoffen.

Korkeichen mit geschälter Rinde: Die Bäume werden nicht gefällt, die Rinde wächst in einigen Jahren nach.
Korkeichen mit geschälter Rinde: Die Bäume werden nicht gefällt, die Rinde wächst in einigen Jahren nach. Foto: Omar Hoftun · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Warentests gefunden haben

Aus den Warentests

Öko-Test prüfte im Oktober 2019 18 Yogamatten. Acht bekamen „sehr gut“, darunter Matten aus TPE-Schaum und aus Schurwolle. In PVC-Matten fanden die Prüfer Ersatzweichmacher, in mehreren Naturkautschukmatten Nitrosamine, die als krebserregend gelten, in einer außerdem Latexproteine.

Die Stiftung Warentest fand 2023 in sechs von sechzehn Yoga- und Gymnastikmatten Schadstoffe, darunter den Weichmacher DEHP und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Das zeigt: „Natürlich“ allein ist kein Qualitätsbeweis, und Kunststoff ist nicht automatisch schlecht.

Die Materialien im Einzelnen

Kork

Kork ist die Rinde der Korkeiche, die vor allem in Portugal und Spanien wächst. Die Bäume werden geschält, nicht gefällt; die Rinde wächst nach. Yogamatten aus Kork bestehen meist aus einer dünnen Korkschicht auf Naturkautschuk oder TPE. Kork ist bei Feuchtigkeit griffig und wirkt leicht antibakteriell, kann aber an Kanten ausbrechen.

Naturkautschuk

Kautschuk wird aus dem Milchsaft des Kautschukbaums gewonnen, der vor allem in Südostasien angebaut wird. Er ist nachwachsend und biologisch abbaubar, wird für Matten aber vulkanisiert – und dabei können Nitrosamine entstehen. Achten Sie auf Prüfsiegel und auf FSC-zertifizierten Kautschuk, wenn der Anbau Ihnen wichtig ist.

Angezapfter Kautschukbaum: Der austretende Milchsaft ist der Rohstoff für Naturkautschukmatten.
Angezapfter Kautschukbaum: Der austretende Milchsaft ist der Rohstoff für Naturkautschukmatten. Foto: Irvin calicut · Public domain · Wikimedia Commons

Baumwolle, Jute und Wolle

Gewebte Matten aus Baumwolle oder Jute sind die ursprüngliche Form der Yogaunterlage. Sie lassen sich oft waschen und enthalten keine Weichmacher. Schurwolle ist warm und weich – ideal für Meditation und ruhige Stile. Alle drei dämpfen wenig und rutschen auf glattem Boden.

TPE

TPE ist ein Kunststoff, aber einer ohne Weichmacher. Er ist leicht und lässt sich grundsätzlich recyceln. Seine Schwäche ist die Haltbarkeit: Eine TPE-Matte muss häufiger ersetzt werden, und das relativiert den ökologischen Vorteil.

PVC

PVC ist haltbar, aber braucht Weichmacher und ist schwer zu recyceln. Wer Wert auf Umwelt und Gesundheit legt, lässt PVC im Regal.

Die umweltfreundlichste Matte ist die, die lange hält

Eine Matte, die zehn Jahre hält, ist fast immer umweltfreundlicher als drei Matten aus Ökomaterial. Richtige Pflege verlängert die Lebensdauer deutlich. Und wer eine alte Matte ersetzen muss, kann sie weiterverwenden: als Unterlage in der Werkstatt, im Kofferraum oder als Knieschoner im Garten.

Wohin mit der alten Matte?

Yogamatten sind Verbundstoffe und lassen sich kaum sortenrein trennen. In Deutschland gehören ausgediente Matten in der Regel in den Restmüll oder auf den Wertstoffhof, nicht in die Wertstofftonne. Einige Hersteller haben Rücknahmeprogramme gestartet; ob es sie noch gibt und wie sie funktionieren, lohnt eine Nachfrage beim Hersteller.

Vor dem Wegwerfen lohnt ein zweites Leben: Zerschnitten wird eine alte Matte zu Knieschonern für die Gartenarbeit, zu Unterlagen für Blumentöpfe, zu Schubladeneinlagen, die nicht rutschen, oder zur Polsterung im Kofferraum. Tierheime nehmen manchmal Matten als Unterlage für Hundekörbe.

Fragen an den Hersteller

Wer eine umweltfreundliche Matte sucht, darf nachfragen – seriöse Anbieter antworten:

  • Aus welchem Material besteht jede Schicht, auch der Kleber?
  • Wo wird der Kautschuk angebaut, gibt es eine Zertifizierung?
  • Welche Schadstoffprüfungen gibt es, und wie aktuell sind sie?
  • Wie lange hält die Matte bei regelmäßiger Nutzung, gibt es eine Garantie?

Siegel und Angaben

Hilfreich sind Angaben wie „frei von PVC und Phthalaten“ und Prüfsiegel wie OEKO-TEX Standard 100. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Hersteller Inhaltsstoffe von Fitnessmatten nicht vollständig deklarieren müssen – nachfragen lohnt sich.

Quellen und weiterführende Links