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Meditationskissen: Zafu, Halbmond oder Bänkchen?
Wer eine Weile im Sitzen meditiert, merkt schnell: Auf dem flachen Boden kippt das Becken nach hinten, der Rücken rundet sich, die Beine schlafen ein. Ein Meditationskissen hebt das Becken an und macht den aufrechten Sitz fast mühelos.

Warum ein Kissen?
Die meisten Menschen können auf dem flachen Boden nicht lange aufrecht sitzen, ohne dass sich der Rücken rundet. Der Grund liegt in den Hüften: Ist die Beweglichkeit begrenzt, zieht die Rückseite der Oberschenkel das Becken nach hinten. Ein Kissen hebt das Becken so weit an, dass die Knie tiefer als die Hüften liegen. Das Becken kippt leicht nach vorn, und die Wirbelsäule richtet sich fast von selbst auf.
Die Formen
Zafu
Das runde Kissen stammt aus der Zen-Tradition. Es ist meist mit Buchweizenschalen oder Kapok gefüllt und etwa 15 cm hoch. Man sitzt auf der vorderen Hälfte, nicht in der Mitte.
Halbmond
Das halbmondförmige Kissen lässt vorn mehr Platz für die Oberschenkel. Es ist beliebt beim Sitzen mit gekreuzten Beinen, weil die Knie leichter sinken können.
Meditationsbänkchen
Ein kleines, schräges Holzbänkchen für den Fersensitz. Die Unterschenkel liegen darunter, das Gewicht ruht auf dem Bänkchen, nicht auf den Füßen. Wer Knie- oder Hüftprobleme hat, sitzt so oft am bequemsten.
Zabuton
Die flache, weiche Unterlage wird unter Kissen oder Bänkchen gelegt. Sie polstert Knöchel und Knie. Eine gefaltete Decke oder eine dicke Yogamatte erfüllt denselben Zweck.
Die richtige Höhe
Die Höhe hängt von der Beweglichkeit ab. Faustregel: Je weniger beweglich die Hüften, desto höher das Kissen. Füllungen aus Buchweizen lassen sich oft ergänzen oder reduzieren – ein praktischer Vorteil, wenn man die ideale Höhe erst herausfinden muss.
Praxistipp
Sitzen Sie probeweise auf verschieden hohen Stapeln gefalteter Decken. Wenn Sie eine Höhe gefunden haben, bei der Sie zehn Minuten ohne Anstrengung aufrecht sitzen, kennen Sie die Kissenhöhe.
Sitzhaltungen
Auf einem Meditationskissen sind viele Haltungen möglich: Schneidersitz, burmesischer Sitz, halber oder ganzer Lotussitz oder Fersensitz mit dem Kissen zwischen den Füßen. Wichtiger als die Form ist Stabilität: Der Körper sollte auf drei Punkten ruhen – Gesäß und beiden Knien – oder im Fersensitz sicher auf dem Kissen.
Füllungen
Buchweizenschalen passen sich dem Körper an und sind formstabil, aber schwer. Dinkelspelz ist ähnlich, etwas leichter. Kapok ist leicht und weich, gibt aber mehr nach. Ein abnehmbarer, waschbarer Bezug ist bei allen Füllungen sinnvoll.
Füße, die einschlafen
Eingeschlafene Füße sind beim Sitzen auf dem Boden häufig. Sie entstehen durch Druck auf Nerven und Gefäße. Helfen können eine höhere Sitzposition, ein weicherer Untergrund unter den Knöcheln und das Wechseln der Beinposition bei längeren Sitzungen. Wer regelmäßig Taubheit spürt, probiert das Bänkchen – dort liegt kein Gewicht auf den Unterschenkeln.
Pflege und Hygiene
Die Bezüge von Meditationskissen lassen sich meist abnehmen und waschen. Die Füllung wird gelegentlich gelüftet. Buchweizenschalen können mit den Jahren brechen und stauben – dann ist Zeit für eine neue Füllung. Wer das Kissen häufig benutzt, stellt es nach dem Sitzen hochkant, damit es wieder in Form kommt.
Kissen und Matte
Das Meditationskissen liegt am besten auf einer weichen Unterlage: einer Zabuton, einer gefalteten Decke oder dem Ende einer dicken Yogamatte. Direkt auf dem Parkett drücken die Knöchel, auf einer dünnen Reisematte ebenso.
Stuhl ist auch in Ordnung
Wer auf dem Boden nicht bequem sitzen kann, meditiert auf einem Stuhl: Füße flach auf dem Boden, Rücken frei von der Lehne. Das ist keine Notlösung, sondern eine vollwertige Sitzhaltung. Mehr zum Einstieg im Beitrag Meditieren für Yoga-Neulinge.