Ratgeber
Yogamattenreiniger: Was ist drin und was brauchen Sie wirklich?
Mattensprays gibt es in vielen Düften, oft mit dem Versprechen „antibakteriell“. Nötig sind sie nicht immer. Wer weiß, was drin ist, kann entscheiden, ob Spray, Hausmittel oder schlicht Wasser das Richtige ist.
Was in Mattensprays steckt
Die meisten Yogamattenreiniger bestehen zum größten Teil aus Wasser. Dazu kommen milde Tenside, die Fett und Schweiß lösen, oft etwas Alkohol, der schneller trocknen lässt, und Duftstoffe – häufig ätherische Öle wie Lavendel, Teebaum oder Eukalyptus. Manche Produkte werben mit antibakterieller Wirkung.
Was davon die Matte verträgt
- Milde Tenside sind für alle Materialien unproblematisch, solange man mit klarem Wasser nachwischt.
- Alkohol in geringer Menge ist bei PVC und TPE in Ordnung, trocknet Naturkautschuk und PU aber aus.
- Ätherische Öle können Kautschuk und PU angreifen. Hersteller von Matten mit PU-Oberfläche raten deshalb meist ausdrücklich von öligen Mitteln ab.
- Antibakterielle Zusätze sind im Alltag meist unnötig. Öko-Test kritisierte 2019 bei einer Matte eine antimikrobielle Ausrüstung als überflüssig – das lässt sich auf Reiniger übertragen.
Kurz gesagt
Für die meisten Matten reicht Wasser mit wenigen Tropfen milder Seife. Ein Spray ist bequem, aber kein Muss.
Wann sich ein Spray lohnt
Ein fertiges Spray ist praktisch, wenn Sie die Matte nach jeder Praxis kurz erfrischen wollen – etwa im Studio oder nach dem Hot Yoga. Achten Sie auf Produkte, die ausdrücklich für Ihr Material freigegeben sind. Viele Hersteller bieten passende Reiniger für ihre eigenen Matten an.
Das einfache Rezept für zu Hause
In eine Sprühflasche: etwa 300 ml Wasser, zwei bis drei Tropfen milde Neutralseife. Für PVC- und TPE-Matten kann ein Schuss Essig dazu. Aufsprühen, mit weichem Tuch abwischen, mit klarem Wasser nachwischen, trocknen lassen. Die Mischung hält einige Tage; danach neu ansetzen.
Gerüche loswerden
Riecht eine Matte muffig, war sie meist zu lange feucht eingerollt. Gründlich reinigen, dann einen Tag ausgerollt an einem luftigen, schattigen Ort trocknen lassen. Bei PVC und TPE hilft verdünnter Essig. Bei Naturkautschuk ist der typische Gummigeruch dagegen kein Hygieneproblem; er lässt mit der Zeit nach.
Handtuch statt Dauerreinigung
Wer stark schwitzt, spart sich viel Reinigungsaufwand mit einem Yogahandtuch. Das Tuch kommt in die Waschmaschine, die Matte darunter bleibt sauber und muss nur gelegentlich gründlich gereinigt werden.
Desinfizieren: wann sinnvoll?
In Studios, in Physiotherapiepraxen und dort, wo viele Menschen dieselben Matten nutzen, ist eine gelegentliche Desinfektion sinnvoll. Zu Hause, wo nur eine Person auf der Matte übt, reicht dagegen die normale Reinigung. Häufiges Desinfizieren mit alkoholhaltigen Mitteln trocknet viele Materialien aus und macht Kautschuk und PU spröde.
Wenn desinfiziert werden muss, dann mit einem Mittel, das der Mattenhersteller freigibt, sparsam aufgetragen und mit einem feuchten Tuch nachgewischt.
Mikrofasertücher richtig nutzen
Das Tuch ist fast so wichtig wie das Mittel. Weiche Mikrofasertücher nehmen Schmutz und Hautfett gut auf, ohne die Oberfläche anzugreifen. Sie sollten regelmäßig gewaschen werden, ohne Weichspüler, sonst verteilen sie beim nächsten Wischen einen Film auf der Matte. Harte Schwämme mit Scheuerseite haben auf Yogamatten nichts zu suchen – sie rauen Oberflächen auf und reißen Kork aus.
Duft ohne Öl
Wer einen frischen Duft mag, muss nicht zu öligen Sprays greifen. Ein Beutel mit getrocknetem Lavendel in der Mattentasche oder ein Duftspray für den Raum statt für die Matte erfüllen denselben Zweck, ohne die Oberfläche zu belasten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wie die gründliche Reinigung abläuft und was je nach Material zu beachten ist, steht ausführlich im Beitrag Yogamatte reinigen.