Ratgeber
Liforme-Yogamatten: Ausrichtungssystem und Griff im Überblick
Liforme-Matten erkennt man sofort: Linien, Kreise und ein Mittelstreifen ziehen sich über die Oberfläche. Die britische Marke verspricht damit bessere Ausrichtung und außergewöhnlichen Griff. Wir ordnen ein, was dahintersteckt – auf Basis der Herstellerangaben, nicht eines eigenen Labortests.
Die Idee: Markierungen statt Rätselraten
Das „AlignForMe“-System besteht aus einer Mittellinie, Querlinien und Markierungen an den Rändern. Sie sollen helfen, Hände und Füße symmetrisch zu platzieren: Stehen beide Hände im Hund gleich weit von der Mitte entfernt? Ist der Schritt im Krieger gleich lang wie auf der anderen Seite?
Das klingt nach Spielerei, ist aber für Menschen, die allein zu Hause üben, tatsächlich nützlich. Im Studio korrigiert eine Lehrkraft; zu Hause fehlt diese Rückmeldung. Die Linien ersetzen sie nicht, geben aber einen Bezugspunkt.
Kurz gesagt
Ausrichtungslinien sind kein Muss. Sie sind hilfreich, wenn Sie oft allein üben und gern ein Maß für Symmetrie hätten.
Der Aufbau: PU auf Kautschuk
Liforme-Matten bestehen aus einer Polyurethan-Oberfläche, die auf eine Naturkautschuk-Unterlage aufgebracht ist. Der Hersteller nennt die Oberfläche „GripForMe“ und bewirbt sie als besonders griffig, auch bei nassen Händen. Das deckt sich mit dem, was man über PU-Oberflächen allgemein weiß: Sie gehören zu den griffigsten Materialien, die es für Yogamatten gibt.
Die Classic-Matte ist mit etwa 185 × 68 cm etwas länger und deutlich breiter als das Standardmaß, bei rund 4,2 mm Dicke. Das Gewicht liegt bei etwa 2,5 kg.
Wo die Stärken liegen
- Griff bei Schweiß: Für Hot Yoga und schweißreiche Flows gehört PU zur ersten Wahl.
- Breite: Die zusätzlichen Zentimeter machen Seitstütz und weite Haltungen angenehmer.
- Orientierung: Die Linien helfen beim Üben ohne Lehrkraft.
Wo die Schwächen liegen
- Empfindliche Oberfläche: PU verträgt kein langes Sonnenlicht, keine Öle und keine scharfen Reiniger. Wer sich vor der Praxis eincremt, verschleißt die Oberfläche schneller.
- Abrieb: An den Stellen, wo Hände und Füße immer wieder stehen, kann sich die Oberfläche mit der Zeit abnutzen.
- Preis: Liforme gehört zu den teuersten Matten auf dem Markt.
- Latex: Wegen des Naturkautschuks ist die Matte bei Latexallergie ungeeignet.
Pflege
Liforme empfiehlt, die Matte mit Wasser und einem weichen Tuch zu reinigen und keine aggressiven Mittel zu verwenden. Die Matte sollte gerollt oder flach gelagert werden, nie gefaltet und nie in der Sonne. Wie das allgemein gelingt, erklärt der Beitrag zur Reinigung.
Linien im Alltag: mehr als Dekoration?
Ausrichtungslinien haben einen Nutzen, der oft übersehen wird: Sie machen Fortschritt sichtbar. Wer im Hund merkt, dass die rechte Hand immer eine Markierung weiter vorn steht als die linke, entdeckt eine Seitenungleichheit, die sonst niemandem auffiele. Wer im Krieger den Schritt jeden Monat ein Stück weiter setzt, sieht das an den Linien.
Für Menschen, die im Studio üben, ist der Nutzen kleiner – dort gibt die Lehrkraft Rückmeldung. Und manche empfinden die Linien schlicht als unruhig. Das ist Geschmackssache.
Günstigere Alternativen mit Linien
Das Prinzip der Markierungen haben inzwischen viele Hersteller übernommen, oft mit einer einfachen Mittellinie und einigen Querstrichen. Wer vor allem die Orientierung sucht, findet sie auch bei deutlich günstigeren Matten. Beim Griff unterscheiden sich die Matten dagegen stärker: Eine günstige Matte mit Linien aus TPE hat nicht den Griff einer PU-Oberfläche. Wer beides will – Linien und maximalen Griff bei Schweiß –, landet im oberen Preissegment.
Für wen sich die Matte eignet
Die Liforme ist eine Matte für Menschen, die viel und schweißreich üben und bereit sind, für Griff und Orientierung zu zahlen. Für gelegentliche, ruhige Praxis ist sie überdimensioniert. Wer den Unterschied zwischen dichter Langlebigkeit und maximalem Griff verstehen will, vergleicht sie mit der Manduka PRO: zwei Philosophien, zwei Zielgruppen.