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Yogamatte oder Gymnastikmatte: Wo liegt der Unterschied?
Die dicke blaue Matte aus dem Sportverein und die dünne Matte aus dem Yogastudio haben mehr gemeinsam als man denkt – und unterscheiden sich doch in einem entscheidenden Punkt: Die eine soll dämpfen, die andere tragen.
Der Grundunterschied
Eine Yogamatte ist dünn (meist 3 bis 6 mm), fest und griffig. Sie soll Hände und Füße in stehenden, stützenden und balancierenden Haltungen halten. Dämpfung ist ein Nebenaspekt.
Eine Gymnastikmatte ist dick (8 bis 20 mm) und weich. Sie ist für Übungen im Liegen und Sitzen gebaut: Rückenübungen, Bauchmuskeltraining, Pilates, Physiotherapie. Griff spielt eine geringere Rolle, weil man kaum auf Händen und Füßen steht.
Aus den Warentests
Die Stiftung Warentest hat im Januar 2023 beide Mattentypen gemeinsam geprüft – acht Yoga- und acht Gymnastikmatten. Die Prüfkriterien überschnitten sich (Schadstoffe, Haltbarkeit), unterschieden sich aber beim Gebrauch: Bei Yogamatten zählte die Rutschfestigkeit stärker, bei Gymnastikmatten die Dämpfung.
Warum man Gymnastikmatten nicht für Yoga nehmen sollte
Stehen Sie auf einer 15-mm-Gymnastikmatte auf einem Bein, merken Sie sofort das Problem: Der Fuß sinkt ein, die Matte gibt seitlich nach, das Gleichgewicht wird zur Glückssache. Im herabschauenden Hund drückt sich die Hand tief in den Schaum, das Handgelenk knickt stärker ab. Für Stehhaltungen und dynamische Stile ist eine Gymnastikmatte deshalb ungeeignet.
Warum man Yogamatten nicht für jedes Training nehmen sollte
Umgekehrt ist eine 3-mm-Yogamatte für Crunches, Rollbewegungen im Pilates oder Übungen in Seitenlage zu dünn. Wirbelsäule und Hüftknochen liegen fast auf dem Boden auf. Wer viel Bodentraining macht, ist mit einer Pilatesmatte besser bedient.
Materialien
Gymnastikmatten bestehen häufig aus NBR-Schaum (Nitrilkautschuk), PE-Schaum oder dickem TPE. Diese Materialien sind leicht und weich, aber nicht besonders griffig. Yogamatten nutzen eher dichten Naturkautschuk, PVC, TPE oder Kork.
Der Kompromiss: 6 bis 8 mm
Wer beides machen will – etwas Yoga, etwas Rückentraining –, findet in dicken Yogamatten mit 6 mm einen brauchbaren Mittelweg. Sie sind stabil genug für ruhige Stehhaltungen und weich genug für Bodenübungen. Für ruhige Stile wie Yin Yoga ist das sogar ideal.
| Einsatz | Yogamatte 3–5 mm | Yogamatte 6 mm | Gymnastikmatte 10+ mm |
|---|---|---|---|
| Vinyasa, Stehhaltungen | sehr gut | gut | ungeeignet |
| Yin, Restoratives Yoga | gut | sehr gut | brauchbar |
| Pilates, Rückentraining | knapp | gut | sehr gut |
| Physiotherapie, Senioren | knapp | gut | sehr gut |
| Transport | leicht | mittel | sperrig |
Matten für Physiotherapie und Reha
In der Physiotherapie und Rehabilitation werden oft dicke, weiche Matten genutzt, weil Übungen in Rückenlage und Seitenlage überwiegen und Gelenke geschont werden sollen. Wer nach einer Verletzung zu Hause Übungen aus der Therapie wiederholt, ist mit einer Gymnastikmatte meist besser bedient als mit einer dünnen Yogamatte. Fragen Sie im Zweifel Ihre Physiotherapeutin oder Ihren Physiotherapeuten, welche Unterlage für Ihr Programm passt.
Senioren
Für ältere Menschen, die Yoga im Sitzen oder in ruhigen Kursen üben, zählt vor allem Sicherheit: Die Matte darf nicht rutschen und keine Stolperkante bilden. Eine mittelstarke Matte mit gut haftender Unterseite ist hier ideal. Für Übungen am Stuhl reicht sie als Unterlage für die Füße.
Zwei Matten für zwei Zwecke
Wer regelmäßig beides trainiert, fährt mit zwei Matten am besten. Eine Alternative: die Yogamatte als Basis, dazu eine gefaltete Decke oder ein Kniepad für Übungen, die mehr Dämpfung brauchen.