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Ratgeber

Rutschfeste Yogamatten: So erkennen Sie guten Griff

„Rutschfest“ steht auf fast jeder Yogamatte. Gemeint sind aber zwei verschiedene Dinge: der Griff der Hände und Füße auf der Oberseite und der Halt der Unterseite auf dem Boden. Beides lässt sich prüfen – auch ohne Labor.

Die Oberseite: Griff für Hände und Füße

Griff entsteht, wenn die Haut sich ein wenig mit der Oberfläche verzahnt. Das gelingt bei leicht klebrigen, elastischen Materialien wie Naturkautschuk und Polyurethan besser als bei hartem Kunststoff. Eine feine Struktur hilft zusätzlich, weil sie Feuchtigkeit ableitet.

Die ersten Yogamatten, die in den 1980er-Jahren auftauchten, wurden übrigens genau wegen dieser Eigenschaft beliebt: Die Lehrerin Angela Farmer nutzte Teppichunterlagen aus Deutschland, weil sie klebten. Daher stammt der englische Begriff „Sticky Mat“.

Yogamatte aus Teppichunterlage: So ähnlich sahen die ersten „Sticky Mats“ der 1980er-Jahre aus.
Yogamatte aus Teppichunterlage: So ähnlich sahen die ersten „Sticky Mats“ der 1980er-Jahre aus. Foto: Ian Alexander · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die Unterseite: Halt auf dem Boden

Wandert die ganze Matte über Parkett oder Fliesen, liegt es an der Unterseite. Kautschuk haftet auf glatten Böden sehr gut, dünnes TPE schlechter. Auf Teppich hilft oft nur eine dickere, schwere Matte – leichte Matten schlagen dort Wellen. Eine rutschhemmende Teppichunterlage unter der Matte ist eine günstige Notlösung.

So prüfen Sie Griff im Laden

  1. Hand flach auf die Matte legen und mit leichtem Druck nach vorn schieben. Gleitet sie sofort, ist die Matte für den Hund zu glatt.
  2. Mit angefeuchteter Hand wiederholen. So verhält sich die Matte nach zehn Minuten Sonnengruß.
  3. Im Stand ein Bein anheben und das Gewicht verlagern. Die Matte sollte nicht nachgeben oder wegdrücken.

Aus den Warentests

Die Stiftung Warentest prüfte die Rutschfestigkeit 2023 unter trockenen und feuchten Bedingungen. Zwei Naturkautschukmatten schnitten dabei besonders gut ab – ein Hinweis darauf, dass das Material nicht nur im Marketing griffig ist.

Warum neue Matten oft rutschen

Viele Matten tragen nach der Produktion einen dünnen Film, etwa aus Trennmitteln. Deshalb fühlen sie sich in den ersten Wochen glatter an als später. Hilfreich ist, die neue Matte feucht abzuwischen und mit etwas Geduld einzuüben. Manche Praktizierende reiben die Matte mit grobem Salz ab – das kann bei PVC helfen, schadet aber empfindlichen PU-Oberflächen. Probieren Sie so etwas an einer unauffälligen Stelle.

Was sonst noch Griff kostet

  • Handcreme und Körperöl direkt vor der Praxis bilden einen Film auf der Matte.
  • Alte Reinigerreste machen die Oberfläche seifig. Nachwischen mit klarem Wasser hilft.
  • Verschleiß: Wo Hände und Füße jahrelang stehen, glättet sich jede Oberfläche.
  • Staub: Auf staubigem Boden wird selbst Kautschuk rutschig.

Wenn die Hände schwitzen

Manche Menschen haben von Natur aus feuchte Hände – unabhängig von der Raumtemperatur. Für sie ist Griff das wichtigste Kriterium überhaupt. Neben der Wahl einer offenporigen Kautschuk- oder PU-Matte helfen einige einfache Dinge:

  • Ein kleines Handtuch am Mattenrand, um die Hände zwischendurch abzuwischen.
  • Ein Mattenhandtuch in Mikrofaser, das mit Feuchtigkeit griffiger wird.
  • Yogahandschuhe und -socken mit Silikonnoppen. Sie sind umstritten, weil sie das Gefühl für den Boden nehmen, helfen aber manchen Menschen, überhaupt sicher im Hund zu stehen.

Keine gute Idee ist Magnesia aus dem Klettersport: Das weiße Pulver trocknet zwar die Hände, verteilt sich aber auf der Matte, verstopft offene Poren und wird dort mit Schweiß zu einer schmierigen Schicht.

Griff hat Grenzen

Auch die griffigste Matte hält nicht jede Belastung. In weiten Stehhaltungen wie der Grätsche rutschen die Füße eher, weil sie seitlich schieben. Hier hilft Technik: Die Außenkanten der Füße aktiv in die Matte drücken und die Oberschenkel anspannen. Der Körper stabilisiert sich dann von innen – und die Matte muss weniger leisten.

Griff ist nicht alles

Eine sehr griffige Matte kann in fließenden Stilen bremsen: Wer aus dem Ausfallschritt den Fuß nach hinten ziehen will, bleibt hängen. Für Vinyasa-Praktizierende ist deshalb ein Kompromiss aus Griff und Gleiten sinnvoll. Und wer schwitzt, sollte die Lösungen aus dem Hot-Yoga-Beitrag kennen.

Quellen und weiterführende Links